Philosophie

Kunst ist ein Ganzes. Sie besteht schon lange nicht mehr – wenn sie es denn je tat – aus getrennten einzelnen Aspekten, die unabhängig voneinander betrachtet werden können. Ebenso verhält es sich mit den einzelnen notwendigen Aufgabenbereichen, die um ein Kunst- oder Kulturprojekt entstehen.

Folglich machten wir es uns zur Aufgabe, diese Ganzheit wieder in die Aufgabenbereiche der “Kunstwelt” zu bringen, entgegen der langjährigen Prozesse der Spezialisierung. Hierbei können und wollen wir nicht jedes Fachgebiet selbst abdecken, sondern sehen uns als zentralen Vermittlungspunkt zwischen Agenturen, Verlagen, Vertrieben, Promotern und den jeweiligen Künstlern. Wir verbinden Verwaltung, Rechts- und Lizenzfragen, Produktions- und Veröffentlichungsmöglichkeiten, geisteswissenschaftliche Fachkompetenz, Booking und PR  und betten die Projekte in ein zweckmäßiges Netzwerk ein – das Projekt wird zum Zentrum eines Ganzen.

Darüber hinaus ist Kunst niemals losgelöst von Zeit, Kultur und Gesellschaft existent. Wir wollen nicht nur Künstler zu Kunden, sondern auch Künstler zu Künstlern bringen. Nach Vorbild der Kunstzentren des beginnenden 20. Jahrhunderts wollen wir Treffpunkt für Ideen sein. Wir begreifen Kunst nicht als Geschäft, sondern als Gabe, als Kommunikation, als Leben und Lebensweisheit von Menschen für Menschen. Denn Kunst kann und soll Geschäft sein, um Künstlern ein Leben zu ermöglichen – Kunst muss Passion sein, wenn sie überhaupt sein soll.

Wenn Sie mich, als Künstler, fragen, was ich in dieser Welt zu tun habe,
werde ich antworten: Ich bin hier, um laut zu leben. 
(Émile Zola)


Laetitium und Laetitia

Namensgebend für unsere Agenturbemühungen ist die römische Figur der Laetitia, der wir uns verpflichtet haben. Laetitia galt in der römischen Antike als Personfikation der Freude und Fröhlichkeit. Die Wortherkunft gibt hier bei wesentlichen Aufschluss, was mit dieser religiösen Figur (v.a. ab dem 2. Jhdt. n. Chr.) verbunden wurde:

lat. laetus: fruchtbar, ergiebig, fröhlich, vergnügt,
erfreulich, angenehm, anmutig, gefällig.

Wir fühlen uns folglich nicht nur der Unterhaltung, Freude und Fröhlichkeit verpflichtet, sondern verfolgen mit unserer Agentur primär das Ziel, für alle Geschäftspartner und Klienten möglichst fruchtbar und ergiebig im Sinne der Projekte zu handeln. Insbesondere, da dies in der heutigen Geschäftswelt, auch was das Kulturbusiness angeht, nicht selbstverständlich zu sein scheint. Der Zeitgeist der Ellenbogentaktik hält auch hier immer mehr Einzug, weshalb es aus tiefer Überzeugung unser erklärtes Ziel ist, diesen Denkschemata ein produktives, an Gewinn und Wachstum orientiertes Miteinander entgegen zu stellen. Dies mag idealistisch erscheinen – zeigt sich aber in der Praxis gerade der Kreativkultur als umsetzbar, wenn das nötige Fingerspitzengefühl und ein ehrlicher, offener Umgang miteinander als Basis gesetzt werden.

Auch hängt noch über mancher Bauerntafel
ein Klumpen Zucker, 
an dem sie gemeinsam lecken.
Ich möchte lieber dort eingeladen sein, als ein Konzert besuchen.
(Karl Kraus, aus: Pro domo et mundo)